TnS(E) – 1.5.7 – Kapitel Fünf – Symbolik – Die Oberste Ratssitzung

Die Protokollseiten flatterten hektisch, als könnten sie sich nicht entscheiden, in welcher Spalte dieser Name festgehalten werden sollte.

Der Vorsitzende trommelte mit den Fingern auf den Tisch. Hart. Laut. Fordernd.

„Wir reden über Mira“, stellte er klar. Seine Stimme hallte wie ein Schlag durch den Saal.

Für einen Augenblick war es still.

Zu still.

Und Elyon merkte, wie die Ordnung selbst unter den Fingern zu verrutschen begann.

Der Saal war zu einem Summen aus widersprüchlichen Stimmen geworden. Fragen, Vorwürfe, Mutmaßungen – kein roter Faden mehr, nur noch wogendes Durcheinander.

Der Vorsitzende schlug hart mit der Hand auf den Tisch.

„Genug. Die Sitzung ist beendet.“

Ein Schwall aus Unruhe brandete durch den Raum, doch niemand wagte zu widersprechen.

Die Entscheidung war gefallen.

„Mira wird verfolgt und beobachtet“, fügte er schneidend hinzu. „Schatten, drei Schichten tief. Ab sofort.“

Einige schrieben hastig. Andere nickten stumm.

Die Reihen lösten sich langsam auf.

Stühle scharrten. Seiten klappten zu. Und das Protokollbuch schwebte träge zurück in sein Regal.

Doch als Elyon sich zum Gehen wandte, hörte er die Stimme des Vorsitzenden noch einmal.

„Wächter. Bleiben Sie.“

Die Halle leerten sich, bis nur noch die beiden übrig waren.

Der Vorsitzende stand reglos da, die Zettel noch immer in der Hand, die ihm vorhin gebracht worden waren.

Dann sah er Elyon an. Scharf. Unergründlich.

„Unter vier Augen“, sagte er leise.

„Sie und ich.“

Der Vorsitzende trat näher, die Zettel fest zwischen den Fingern.

„Sagen Sie mir eines, Elyon“, begann er langsam.

„Haben Sie sie hierhergebracht – oder hat sie den Weg selbst gefunden?“

Elyon erwiderte den Blick, unbewegt.

„Wenn ich das wüsste“, sagte er leise, „würde ich nicht hier sitzen.“

Die Stille danach war schwer wie Stein.

 

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