Elyon holte gerade Luft. Der Blick des Vorsitzenden war unmissverständlich – jetzt. Die Versammlung hielt den Atem an.
Doch ehe er den ersten Satz formen konnte, knallte die Tür auf.
Eine Gestalt stolperte herein. Atemlos. Mit einem Bündel zerknitterter Zettel in den Händen.
Ohne Gruß, ohne Ankündigung eilte sie direkt zum Vorsitzend, beugte sich tief hinab und flüsterte hastig in sein Ohr.
Ein Mumrlen ging durch die Reihen. Immer lauter. Immer aufgeregter. Wie ein Schwarm, der in Bewegung geriet.
Der Vorsitzende blätterte durch die Zettel. Die Stirn tief gefurcht, die Finger fest um die Blätter gekrallt.
Dann legte er sie langsam zur Seite.
Sein Blick wanderte durch den Saal. Schwer. Abwägend.
Schließlich blieb er wieder an Elyon hängen. Doch diesmal war es kein stilles „Sprich“ mehr.
Es war das bohrende „Was wussten Sie?“
Da erhob sich eine Stime aus dem hintersten Winkel. Wehleidend, fast schon wie ein Seufzen. Und doch so deutlich, dass es jeder hörte: „Was hat sie jetzt wieder angestellt?“
Die Köpfe drehten sich irritiert. Es war der Mann, den sonst nie jemand beachtete. Niemand konnte je so recht sagen, warum er überhaupt hier war. Und gerade deshalb fiel sein Satz schwerer ins Gewicht, als er sollte.
Einige lachten nervös. Andere schüttelten die Köpfe. Doch keiner wagte, den Kommentar offen zurückzuweisen. Denn genau in diesem unbeabsichtigten Seufzer lag die Wahrheit, die alle fürchteten: Sie hatten keine Kontrolle mehr.
Der Vorsitzende räusperte sich scharf.
„Genug.“
Seine Stimme schnitt durch das Gemurmel.
Und wieder lag alles Gewicht auf Elyon.
„Wer?“, fragte eine Stimme von der rechten Seite, scharf und ungeduldig. Man hörte, dass der Geduldsfaden kurz davor war zu reißen.
Der Mann im Hintergrund sah verwirrt auf, als würde er aus einem Halbschlaff gerissen.
„Wir reden doch von Britnay, oder?“
Ein Raunen ging durch den Saal. Ein paar flüsterten den Namen. Andere taten so, als hätten sie ihn nie gehört.
Elyon spürte, wie selbst in ihm Irritation aufstieg.
Britnay.