Der Garten (Psy)

Heute hat er ein ganzes Team.

Dementsprechend hat sich auch das Bild verändert.

Manche sind schön ordentlich modern gepflegt – andere haben ihre alte Wildheit behalten.

Und dann gibt es noch das Labyrinth…

Ich weiß nicht, wie die meisten es schaffen, es zu übersehen.

Es befindet sich hinten, auf der rechten Seite. Direkt neben dem kleinen See. Und führt um die Ecke, um den inneren Bereich des Sanatoriums herum.

Den irgendwie auch alle immer zu übersehen scheinen.

Dieses Labyrinth hatte es schon früher gegeben. Es gab eine Phase, in der ich sehr viel Zeit dort verbracht hatte. Nicht, weil ich mich verlaufen hatte. Sondern, um einfach dem alltäglichen Wahnsinn zu entkommen. Und kurz ungestört durchzuatmen. Während er heute übersehen wird, hatten die meisten ihn früher einfach gemieden.

Wobei…

Er wurde auch heute noch gerne gemieden. Vor allem von der Verwaltung.

Der Garten…

…hat da so seine Eigenheiten.

Manche bemerkten nichts. Sahen einfach nur einen normalen Garten. In dem Zustand, in dem er sich gerade eben befand.

Und wieder andere sahen Ausschnitte.

Aus anderen Welten. Zeiten. Realitäten.

Nicht alle dieselben, sondern unterschiedliche. Was Gesprächen darüber immer eine leicht unheimliche Note verleit.

Und wenn mehrere aufeinander treffen, die um die Deutungshochheit des Gesehenen zu streiten beginnen…

Dann wurde es hier immer richtig lustig.

Inzwischen sind wir dazu übergegangen, diese Gespräche zu protokollieren und zu dokumentieren. Weniger aus Notwendigkeit, sondern eher aus Unterhaltung.

Und die Kuchen-Feder ist einer der wertvollsten Instrumente in diesem Fall.

Wobei auch die Schreibmaschine manchmal Berichte ausspuckt, wenn sich nur jemand an sie setzt und noch nicht einmal berührt hat. Meistens sind es die Gespräche, die hier heimlich an Vollmond geführt wurden.

Wir legen diese Gespräche nicht offen. Wir respektieren die Räume, in denen die Menschen alleine und ungestört sein möchten. Vor allem ich.

Und trotzdem gibt es Mechnaismen, auf die wir einfach keinen Einfluss haben.

Aber wir versuchen es irgendwie zu stabilisieren.

Und einen Rahmen zu schaffen, in dem es dennoch möglich ist.

Nicht aus Geheimniskrämerei – sondern aus Respekt vor den Beteilligten.

Schreibe den ersten Kommentar

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*