Nachdem sie sich fertig gerichtet hatte, begab sie sich nach unten in den großen Festsaal. Als sie sah, wie viel an Speis und Trank angerichtet wurde, traf sie kurzfristig eine Entscheidung. Sie wusste, dass ihr Vater nicht begeistert sein würde. Sie würde es später richten.
Sie rief einen der Bediensten zu sich und sprach leise: „Ist genug Speis und Trank vorhanden, um für die Stadt ein Fest im Vorhof zu ergänzen?“
Der Bedienstete dachte kurz nach.
„Das wird schwierig. Nicht, weil wir nicht genug hätten, sondern, weil wir es logistisch nicht schaffen werden“, antwortete er schließlich.
Sie nickte, dachte für einen Augenblick lang nach.
„Gut. Dann möchte ich, dass alle Reste noch während der Festlichkeiten an die Bevölkerung verteilt werden“, ordnete sie an.
Er sah sie lange an. Verkniff sich gerade noch das Seufzen. Dann nickte er. Leicht resigniert, wie ihr schien.
„Wie ihr befielt“, antwortete er schließlich. Er brauchte seine Bedenken nicht auszusprechen, damit sie wusste, was ihn beschäftigte.
„Kommt noch mit mir mit. Dann gebe ich euch ein offizielles Schreiben mit Siegel von mir mit dieser Anordnung“, fügte sie an und er atmete erleichtert auf.
Sie ging erneut zu ihren Gemächern. Der Diener folgte ihr.
Sie setzte sich an ihren Tisch.
Setzte das Schreiben auf.
Und dann ihr Siegel darunter.
Sie fühlte sich seltsam dabei.
Als würde sie etwas Falsches tun.
Sie schüttelte all diese Gedanken ab. Sie wusste, dass sie das richtige tat.
Es brachte ja nichts, all das Essen einfach wegzuwerfen. Die Schweine hatten mehr als genug. Und dem Volk mangelte es oftmals an Nahrung.
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