âDas Systemâ hat versagt.
Oder war es doch jemand?
Es ist ein bemerkenswerter Trend unserer Zeit:
Wenn etwas schieflÀuft, war es selten jemand.
Es war das System.
Das System hat versagt.
Das System war ĂŒberfordert.
Das System hat nicht reagiert.
Systeme sind praktisch.
Sie tragen viel â vor allem Schuld.
Ein Minister erklĂ€rt, man habe âsystemisch unterschĂ€tztâ.
Eine Behörde verweist auf âstrukturelle Herausforderungenâ.
Ein Konzern spricht von âProzessfehlernâ.
Man hört genau hin â
und merkt: Kein Name. Kein Subjekt. Nur Konstruktion.
NatĂŒrlich sind Systeme komplex.
NatĂŒrlich sind Strukturen relevant.
Aber irgendwann wird aus âsystemischâ ein Schutzschild.
Unser MoPro-Klima-Rat formuliert es nĂŒchtern:
âEin System ist kein Wesen. Es handelt nicht. Menschen tun das.â
Der Vorteil des Systembegriffs liegt auf der Hand:
Er klingt groĂ. Sachlich. Wissenschaftlich.
Und vor allem: distanziert.
Wer sagt âIch habe entschiedenâ, trĂ€gt Gewicht.
Wer sagt âDas System hat entschiedenâ, trĂ€gt Analyse.
Montage sind keine Tage fĂŒr Empörung.
Sie sind Tage fĂŒr PrĂ€zision.
Vielleicht beginnt Verantwortung wieder dort,
wo man das Wort âSystemâ durch ein âWirâ ersetzt.
Strukturen erklÀren viel.
Aber sie entschuldigen nicht alles.
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Wenn niemand verantwortlich ist,
war es meistens âdas Systemâ.
đȘđ
Nachgedacht fĂŒr alle, die wissen:
Ein System ist nur so anonym,
wie wir es formulieren.
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