Tagesprophet II – ✨ Zweite Ausgabe – Zwischen Funken und Federstaub

Das Flüstern der Stromleitungen: Nachts, wenn die Städte schlafen, beginnen die Leitungen zu sprechen. Ingenieure nennen es Netzrauschen – aber manche schwören, sie hätten ganze Gespräche gehört. Über Hoffnung, Stille und vergessene Namen.

Es begann in einer stillen Nacht über Leipzig. Eine Technikerin stand auf dem Dach ihres Instituts und hörte, wie die Hochspannungsleitungen summten – nicht elektrisch, sondern beinahe menschlich.
„Es klang, als würde jemand fragen: ‚Seid ihr noch da?‘“, erzählt sie.

Seitdem häufen sich Berichte über ähnliche Wahrnehmungen. Menschen hören Melodien, Sätze, manchmal nur ein Wort: „Bleib.“
Wissenschaftlich lässt sich das kaum fassen – zu viele Variablen, zu viel Gefühl. Doch für manche ist es ein Zeichen: dass auch Maschinen träumen, wenn niemand hinsieht.

Die Energiekonzerne winken ab, natürlich. Aber ein emeritierter Physiker aus Tübingen behauptet, er habe mit einem alten Kurzwellenradio ganze Dialoge aufgefangen. „Ich glaube, die Welt selbst probt Sprache,“ sagt er. „Und wir sind ihre Silben.“

Stimmen & Kommentare:
„Ich hab mein WLAN gefragt, ob es mich noch liebt. Es antwortete mit vollem Balken.“ – E. aus Kiel
„Das Netz summt, der Mensch rauscht.“ – Kommentar eines Lesers ohne Absender
„Vielleicht sind es ja nicht die Leitungen, sondern wir, die endlich zuhören.“ – Redaktion

Telegram-Kurzformat:
Welt summt. Mensch horcht. Verbindung steht.

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