Reise durch die Zeit – Teil Eins – Die Macht der Verträge

Ich begann alles aufzuschreiben.

Erst einzelne Aussagen von mir.

Dann von den anderen.

Dann in Mischung.

Und stellte schon bald fest: Sie logen mich an.

Dabei war ich mir oft nicht sicher, ob sie das mit Absicht machten.

Oder ob sie einfach nur unaufmerksam waren.

Und eigentlich möchte ich an dieser Stelle auch nicht auf diesen Punkt eingehen.

Was noch erschreckender war, war der Bereich der „Verträge“.

Ich hatte meinem Onkel mein Leid geklagt, dass die Erwachsenen niemals das hielten, was sie mir versprachen.

Auch meine Eltern nicht.

Ich wollte von ihm wissen, was ich tun konnte, um das zu ändern.

Denn meine Erfahrung war folgende gewesen: Ich fragte nach etwas. Sie sagten mir, was ich dafür tun musste.

Ich tat es.

Und bekam nichts dafür.

Zum Teil nicht einmal eine Erklärung oder ein Vertrösten.

Als wäre ich nicht einmal eine Ausrede wert gewesen.

War ich vermutlich auch nicht.

Ich war ja nur ein Kind.

Und so erklärte mir mein Onkel, wie Erwachsene so etwas regelten: Sie schlossen Verträge.

Und in diesem regelten sie: Was versprochen wurde.

Er sagte mir, dass Verträge für Erwachsene bindend seien.

Und so begann ich ganz fleißig, für jedes Versprechen Verträge zu schreiben, die ich von ihnen unterschrieben ließ.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*