Sie bemerkte nicht, wie jemand denselben Ort wie sie betreten hatte. Obwohl sie den Schatten, der von hinten auf sie gefallen war, durchaus bemerkt hatte.
Ein Schatten, der sich sanften und leisen Schrittes ihr näherte.
Bis er letzendlich hinter ihr stand.
Und seine Hände auf ihre Schultern legte, woraufhin sie nur kurz zuckte und in den Augenblick zurückkehrte.
„Vergebt mir, Mylady“, sprach er leise.
„Ich wollte Euch nicht erschrecken“, fügte er mit melodiöser Stimme an.
Sie wandte sich ihm langsam zu.
Musterte ihn aufmerksam und mit einer gewissen Skepsis, vom Kopf bis zum Fuß.
Kannte sie ihn?
War er ihr schon einmal aufgefallen?
Hatte sie je zuvor mit ihm gesprochen?
Sie wusste es nicht.
„Dürfte ich Euch ein klein wenig Gesellschaft leisten, Mylady?“, fragte er sie dann vorsichtig. Ein Teil von ihr wollte ihn zur Hölle schicken. Ihm sagen, dass er sich das Werben und die gespielte Freundlichkeit sparen könnte. Doch ein anderer Teil in ihr fühlte, dass er in Aufrichtigkeit zu ihr kam.
„Ja, sicher“, hörte sie sich schließlich selbst sprechen.
Und spürte, wie sie einen tiefen Atemzug nahm, als er an sie herantrat.
Er blieb mit einigem Abstand von ihr stehen. Nah genug, dass sie ihn fühlen konnte. Weit genug, um sie nicht zu berühren.
Irgendetwas in ihrem Inneren entspannte sich, etwas anderes spannte sich an.
„Darf ich offen mit Euch sprechen, Mylady?“, begann er dann. Sie dachte einen Augenblick lang nach. Seufze innerlich.
Dann nickte sie: „Sprecht.“
„Ich weiß in was für einer Lage ihr Euch befindet, Mylady“, begann er.
Sie sagte nichts. Wartete darauf, dass er weitersprach.
„Missversteht meine folgenden Worte nicht. Aber ich maße mir nicht an, um Eure Hand zu werben. Alles, was ich mir für Euch wünsche, ist, dass ihr Glück findet. Wen auch immer ihr wählen solltet.“ Sie sagte nichts. Sah ihn einfach nur an.
„Wenn ihr möchtet, helfe ich Euch bei der Auswahl“, fügte er dann an. Nun konnte sie nicht anders, als eine Augenbraue hochzuziehen. Er wollte ihr helfen?
„Wie stellt Ihr Euch das vor?“, fragte sie schließlich, als er nichts weiter sagte – als würde er selbst auf ihre Antwort warten.
Er atmete tief durch, als würde er Mut sammeln für die Worte, die folgen sollten.
Dann erst begann er zu sprechen.
„Ihr könnt mir sagen, wer vermehrt Interesse an Euch zeigt. Und ob ihr dieses erwidert. Ihr könnt mir sagen, wer Euch interessiert, obwohl er keinen Laut von sich gibt. Und ich sage euch, was ich über einen jenen weiß.“
Sie sah ihn an, atmette tief durch.
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