TnS(E) – 1.3.3 – Kapitel Drei – Handlungsabsicht – Elyon

Ich sah, wie ihre Augen aufleuchteten. Dieses Leuchten, das alles in mir gleichzeitig beruhigte und aufscheuchte.

Beruhigte, weil es vertraut war.

Aufgescheucht, weil ich wusste, dass es genau dieses Leuchten war, das Türen öffnete, die wir eigentlich verschlossen halten sollten.

Ich lehnte mich gegen der Türrahmen der Küche, verschränkte die ARme. Nur, um nicht sofort zu verraten, dass ich innerlich längst am Rande der Panik stand.

Sie hatte es getan.

Nicht im Efir.

Nicht im Traum.

Körperlich.

Und das bedeutete, dass all die Grenzen, die wir für unantastbar gehalten hatten, nicht mehr existierten.

„Mira…“, begann ich, aber meine Stimme versagte beim ersten Anlauf. Ich holte tief Luft, suchte Worte, fand nur Bruchstücke.

„Du weiß, was das heißt, oder?“

Ihr Blick traf meinen. Klar. Fokussiert. Mit dieser Mischung aus Trotz und Neugier, die ich von ihr kannte.

Natürlich wusste sie es. Sie wusste es vielleicht sogar besser als ich.

„Wir können das nicht wiederholen“, setzte ich hastig nach, als wollte ich die Gedanken in ihrem Kopf überholen.

„Nicht noch einmal. Nicht absichtlich. Wenn sie das merken, sind wir erledigt. Beide.“

Ich hörte meine eigene Schärfe. Sie war nicht für sie bestimmt, sondern für mich.

Denn ich wusste längst: Sie hatte diesen Schritt schon gesetzt. Und wenn sie wollte, würde sie ihn wieder setzen.

Ob ich es zuließ oder nicht.

Ich drückte die Hände gegen den Rahmen, versuchte die Fassung zu wahren, und sagte dann leiser: „Aber du wirst es trotzdem tun.“

Und während ich die Worte aussprach, war mir klar, dass es keine Frage war.

Es war die Wahrheit, die längst im Raum hing.

 

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