In unsicheren Zeiten passiert etwas Merkwürdiges:
Die Zahl der Gewissheiten wächst.
Plötzlich wissen viele sehr genau,
was falsch läuft,
wer schuld ist,
und wie man es sofort lösen könnte.
Zweifel wirken dann wie Schwäche.
Nachfragen wie Verzögerung.
Und wer noch prüft, wird schnell als zögerlich wahrgenommen.
Der Pfeil
Gewissheit fühlt sich stabil an – besonders in einer unruhigen Welt.
Sie gibt Halt, Orientierung, ein klares Innen und Außen.
Doch Gewissheit ist oft kein Ergebnis von Erkenntnis,
sondern von Erschöpfung.
Wenn die Welt kompliziert wird,
wird Einfachheit zur Zuflucht.
Der Sumpf
Der Sumpfisch steht vor zwei großen Kisten.
Auf der einen steht: „Antworten“
Auf der anderen: „Fragen“
Die Antworten-Kiste ist randvoll.
Die Fragen-Kiste fast leer.
Er klopft auf die volle Kiste und murmelt:
„Komisch. Früher kam das hier erst später.“
👉 Tyrs Pfeil:
Gewissheit beruhigt –
aber Erkenntnis beginnt fast immer mit einer Frage.
Antworten