Kürzungen heißen jetzt „Priorisierung“.
Warum Sparen kein Konzept ersetzt – und Worte keine Politik.
Die Woche beginnt mit einem Wort, das immer häufiger fällt: Konsolidierung.
Es klingt vernünftig. Erwachsen. Verantwortungsbewusst.
Gemeint ist meistens: Wir kürzen.
Kommunen sparen bei Kultur.
Länder sparen bei Bildung.
Ministerien sparen bei Projekten, deren Namen man sich ohnehin nie merken konnte.
Niemand sagt: Wir bauen zurück.
Es heißt: Wir priorisieren neu.
Ein Bürgermeister formulierte es so:
„Wir gestalten die Zukunft – nur etwas schlanker.“
Das Problem ist nicht das Sparen.
Das Problem ist die Sprache.
Denn wenn jede Kürzung als „Modernisierung“ verkauft wird, verliert das Wort irgendwann seine Bedeutung. Und wenn jede Streichung als „Effizienzgewinn“ gilt, fragt irgendwann niemand mehr, was eigentlich fehlt.
Unser MoPro-Klima-Rat notiert trocken:
„Wer nur verwaltet, verwaltet irgendwann nur noch das Schrumpfen.“
Natürlich braucht es Haushaltsdisziplin.
Natürlich kann man nicht alles finanzieren.
Aber zwischen „nicht alles“ und „immer weniger“ liegt ein Unterschied.
Montage sind keine Tage für Empörung.
Sie sind Tage für Klarheit.
Und vielleicht ist die ehrlichere Frage nicht,
wo gespart wird –
sondern wo noch gestaltet wird.
Man erkennt eine Richtung nicht daran, was gestrichen wird.
Sondern daran, was bleibt.
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„Konsolidierung“ klingt gut.
Fühlt sich nur irgendwann nach Rückbau an.
🪓🐇
Nachgedacht für alle, die wissen:
Wenn alles effizienter wird, wird manchmal nur das Wenige effizienter.
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