Alle wollen Transparenz.
Solange sie nicht selbst transparent sein müssen.
Es gibt einen Satz, der in den letzten Jahren erstaunlich häufig gefallen ist:
„Wir brauchen mehr Transparenz.“
Der Satz klingt gut.
Er klingt modern.
Er klingt nach Offenheit.
Und natürlich stimmt er.
Niemand ist grundsätzlich gegen Transparenz.
Das Problem beginnt erst beim zweiten Schritt.
Denn Transparenz ist ein merkwürdiges Gut:
Alle fordern sie – solange sie die anderen betrifft.
Politiker verlangen Transparenz von Behörden.
Bürger verlangen Transparenz von Politikern.
Unternehmen verlangen Transparenz von Märkten.
Und soziale Medien verlangen Transparenz von allen.
Nur wenn es um die eigene Position geht, wird Transparenz plötzlich kompliziert.
Ein Sprecher erklärte kürzlich:
„Man muss auch akzeptieren, dass nicht alles öffentlich sein kann.“
Das stimmt ebenfalls.
Unser MoPro-Klima-Rat notiert trocken:
„Transparenz ist wie Licht. Jeder will mehr davon – nur nicht direkt im eigenen Gesicht.“
Donnerstage sind gute Tage für eine kleine Beobachtung:
Transparenz entsteht selten durch Forderungen.
Sie entsteht meistens dann,
wenn Menschen anfangen, Dinge einfach nachvollziehbar zu machen.
Ohne großes Wort.
Ohne Kampagne.
Man erkennt echte Transparenz daran,
dass niemand ständig darüber sprechen muss.
Telegram-Kurzformat
Transparenz für alle.
Außer für mich.
🪓🐇
Nachgedacht für alle, die wissen:
Die schwierigste Form von Transparenz
ist die eigene.
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