Warum im Kaufhaus manchmal mehr passiert, wenn scheinbar nichts passiert.
Sonntag.
Kein Piepen der Kasse.
Kein Wagenrad, das schief über Fliesen zieht.
Kein „Entschuldigung, wo finde ich…?“
Und trotzdem arbeitet es.
Die Woche hängt noch zwischen den Regalen.
Nicht laut.
Nicht dramatisch.
Aber vorhanden.
Nicht-Schreiben ist im Kaufhaus kein Ausfall.
Es ist Lagerarbeit.
Gedanken werden nicht produziert – sie werden sortiert.
Beobachtungen bekommen Etiketten,
Erlebnisse werden auf Haltbarkeit geprüft,
manche Themen wandern ins Sonderangebot,
andere bleiben bewusst im Hinterraum.
Wer nur das Sichtbare zählt,
verpasst den halben Betrieb.
Denn das Kaufhaus arbeitet auch dann,
wenn niemand darüber berichtet.
Es justiert sich.
Es glättet Kanten.
Es legt Staub auf Dinge,
die zu viel Aufmerksamkeit hatten.
Nicht-Tun ist hier kein Leerlauf.
Es ist Feinabstimmung.
Und vielleicht war genau das
die eigentliche Arbeit der letzten Woche:
Raum lassen.
Beobachten.
Nicht reagieren.
Damit das, was jetzt geschrieben wird,
nicht aus Pflicht entsteht –
sondern aus Ruf.
Sonntagsnotiz:
„Manchmal ist das Unsichtbare die gründlichste Form von Arbeit.“
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