(Bitte nehmen Sie sich vor Betreten des Einsatzgebietes einen kleinen Snack. Das erhöht nachweislich die Erfolgsquote.)
Die Snack-Diplomatie entstand nicht durch einen offiziellen Beschluss.
Sie entstand, weil sie irgendwann gebraucht wurde.
Während einer besonders turbulenten Phase der Zusammenarbeit zwischen dem Goldenen Brösel und dem Sanatorium stellte sich überraschend häufig heraus, dass sich viele Probleme deutlich entspannter lösen ließen, wenn die Beteiligten vorher etwas gegessen hatten.
Der Rest entwickelt sich… organisch.
Aufgaben
Snack-Diplomaten sorgen dafür, dass Gespräche nicht unnötig eskalieren.
Sie vermitteln nicht.
Sie halten keine Vorträge.
Und sie schreiben nur selten Protokolle.
Stattdessen sorgen sie dafür, dass die Beteiligten zunächst etwas zwischen die Zähne bekommen.
Die Erfahrung zeigt, dass hungrige Menschen erstaunlich selten ihre besten Entscheidungen treffen.
Mitgliedschaft
Die Snack-Diplomatie verfügt über einen kleinen Kreis erfahrener Mitglieder.
Gleichzeitig kann es jederzeit vorkommen, dass andere diese ufgabe kurzfristig übernehmen.
Manchmal bewusst.
Manchmal eher versehentlich.
Wer gerade offiziell Snack-Diplomat ist, lässt sich daher nicht immer eindeutig feststellen.
Anerkennung
Innerhalb des Goldenen Brösels war die Snack-Diplomatie schon lange fester Bestandteil des Alltags.
Nachdem jedoch nahezu alle anderen Bereiche ihre Arbeit längst selbstverständlich akzeptierten, blieb schließlich auch der Verwaltung wenig Spielraum.
Heute gilt die Snack-Diplomatie offiziell als anerkannte Einerichtung.
Ob die Verwaltung diese Entwicklung jemals vollständig verstanden hat, wird unterschiedlich beurteilt.
Arbeitsweise
Snack-Diplomaten arbeiten unauffällig.
Sie tauchen dort auf, wo sie gebraucht werden.
Manchmal mit einer Schüssel Chips.
Manchmal mit Erdnüssen.
Manchmal mit Kaffee.
Und gelegentlich reicht bereits eine Tüte Gummibärchen.
Die eigentliche Arbeit besteht selten darin, Probleme zu lösen.
Sie schaffen vielmehr die Voraussetzung dafür, dass andere sie selbst lösen können.
Interne Ausstattung
Zur Standardausrüstung gehören unter anderem:
- die Notfall-Schublade
- die Gummibärchen-Trommel
- sowie die Kaffeekanne des Vergessens
Nährere Informationen hierzu finden sich in den jeweiligen Bereichen.
Inoffizieller Spitzname
Innerhalb des Goldenen Brösels werden erfahren Snack-Diplomaten gelegentlich scherzhaft als „Brösel-Geheimdienst“ bezeichnet.
Nicht, weil sie tatsächlich ein Geheimdienst wären.
Sondern, weil niemand so genau weiß, wer gerade Snack-Diplomat-Veteran ist…
…und wer die Aufgabe seit fünf Minuten übernommen hat, weil er zufällig mit einer Schüssel Chips vorbeikam.
Kommentar des Wirts: „Hungrige Leute treffen schlechte Entscheidungen.“
Nach kurzer Pause fügt er meist hinzu: „Und mit vollem Mund streitet es sich deutlich schlechter.“