TnS(E) – 1.2.4 – Spiegelverkehrt – Kaelen

Es war, als hätte mir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen, als sie meinen Namen flüsterte.

Kaelen.

Keiner nannte mich so. Nicht hier. Nicht jetzt.

Mein Magen zog sich zusammen, als hätte sie ein Geheimnis laut ausgesprochen, das nicht einmal ich ganz verstand.

Wie konnte sie den Namen kennen?

Woher?

Ich wich zurück, instiktiv, als könnte ich dadurch die Situation ungeschehen machen.

„Nenn mich nicht so. Du weiß, wie ich heiße!“, hörte ich mich sagen. Meine Stimme klang schärfer, als ich wollte, aber ich brauchte diese Schärfe. Sonst hätte man das Zittern darin gehört.

Ihr Blick war zu viel. Suchend. Erkennend.

Also drehte ich mich weg.

Ich musste mich wegdrehen, weil ich sonst das Gefühl gehabt hätte, dass etwas in mir aufbricht, das niemand sehen durfte.

Misa stürmte auf sie los. Und für einen Augenblick war ich fast erleichtert, dass ihre Wut den Raum füllte.

Denn so musste niemand sehen, was in meinen Augen lag.

 

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