Es gibt diesen kurzen Moment.
Man sieht etwas,
das nicht dahin gehört.
Eine Packung.
Ein Wagen.
Ein Zustand.
FĂĽr einen Augenblick weiĂź man:
Das müsste ich jetzt eigentlich…
Und dann passiert etwas Kleines.
Ein Gedanke.
Ein Schulterzucken.
Ein „Nicht meine Aufgabe“.
Und man geht weiter.
Das Sanatorium notiert:
„Verantwortung entscheidet sich im Vorbeigehen.“
Der Esel schreibt:
„Die meisten Entscheidungen werden nicht getroffen. Sie werden vermieden.“
Das Sumpfmonster knurrt:
„Ignorieren ist die leiseste Form von Zustimmung.“
Und der Sumpfisch sagt:
„Es bleibt nicht liegen, weil niemand es sieht. Es bleibt liegen, weil alle es sehen.“
Niemand hat es absichtlich liegen lassen.
Aber jemand hätte es mitnehmen können.
Und genau darin liegt der Unterschied,
der selten auffällt –
bis er sich summiert.
Kassandra sagt ruhig:
„Nicht das Problem wächst.
Die Zahl derer, die vorbeigehen.“
đź§€ Leitsatz dieser Woche:
Wir ordnen nichts ein. Wir legen es aus.
đź§Š GerĂĽchte aus der KĂĽhltheke
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Ein Insider behauptet, eine Packung habe es einmal bis zur Hälfte zurück ins Kühlregal geschafft – bevor sie erneut stehen gelassen wurde.
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Der Sumpfisch schwört, er habe gesehen, wie zwei Kunden gleichzeitig beschlossen haben, „es später zu machen“.
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Angeblich gibt es einen Gang im Laden, in dem Dinge länger liegen bleiben als anderswo. Niemand weiß warum.
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Im Sanatorium munkelt man: Der Moment, in dem man etwas sieht, ist der einzige, in dem man es noch verändern kann.
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