đź›’Die kleine Verschiebung

Manchmal merkt man erst am Sonntag, dass sich etwas bewegt hat.

Sonntag im Kaufhaus.
Die TĂĽren bleiben geschlossen,
aber der Raum ist nicht leer.

Diese Woche war kein Sturm.
Keine groĂźen Schlagzeilen.
Kein Regal, das plötzlich umgestürzt wäre.

Und doch hat sich etwas verschoben.

Ein Gedanke ist weitergewandert
als geplant.
Eine Beobachtung blieb länger stehen,
als sie eigentlich sollte.
Ein Moment, der nebensächlich wirkte,
hat sich im Nachhinein
als wichtiger herausgestellt.

So arbeiten viele Wochen im Kaufhaus:
nicht mit Lärm,
sondern mit Verschiebungen.

Ein paar Zentimeter hier,
ein neuer Blickwinkel dort.
Plötzlich steht etwas nicht mehr genau da,
wo man es erwartet hat –
aber genau da,
wo es hingehört.

Am Sonntag fällt das auf.

Man geht gedanklich noch einmal
durch die Gänge,
ohne Einkaufswagen,
ohne Zeitdruck.
Und merkt:
Der Laden hat sich sortiert,
auch ohne Ansage.

Heute wird nichts umgeräumt.
Nur gesehen.

Das Rolltor bleibt unten,
der Raum ruhig.

Sonntagsnotiz:
„Große Veränderungen kündigen sich selten laut an.“

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