Wenn nichts verkauft werden muss, zeigt sich, was geblieben ist.
Sonntag.
Das Kaufhaus ist geschlossen,
aber nicht leer.
Die Gänge tragen noch die Woche in sich:
abgestellte Wagen,
eine vergessene Preisauszeichnung,
der Geruch von Karton und Kaffee,
der sich nicht ganz entscheiden konnte, ob er Arbeit oder Pause war.
Sonntag ist kein Rückblick im klassischen Sinn.
Es ist ein Zustand.
Alles, was unter der Woche schnell ging,
darf hier langsam werden.
Gedanken liegen offen,
ohne einsortiert zu werden.
Manche Themen melden sich noch einmal,
andere sind überraschend still.
Das Kaufhaus zählt heute nichts nach.
Keine Umsätze,
keine Schritte,
keine Minuten.
Es schaut nur,
was noch da ist,
wenn niemand etwas will.
Und genau hier beginnt diese wöchentliche Ausgabe:
nicht als Zusammenfassung,
sondern als Beobachtungspunkt.
Was hat getragen?
Was hat genervt?
Was war lauter, als es musste –
und was leiser, als man erwartet hätte?
Kaufhaus A. Weekly wird ab jetzt sonntags erscheinen.
Als ruhiger Überblick.
Als Ort für das, was sich gezeigt hat.
Und zusätzlich immer dann,
wenn etwas ruft –
ungefragt,
aber deutlich.
Heute reicht das.
Das Rolltor bleibt unten.
Nicht aus Abschluss,
sondern aus Respekt vor der Pause.
Sonntagsnotiz:
„Manche Orte arbeiten am besten, wenn sie gerade nichts tun.“
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